Ein Buch von Ralph Schwehr
Minimal Seed
Entscheiden, wenn es keine zweite Chance gibt
Ein erzählendes Sachbuch über Entscheidungen unter Knappheit. Die Bord-KI KORE fliegt mit 41 Kilogramm Saatgut 300 Jahre zu Proxima b. Was sie unterwegs entscheidet, kann sie nicht mehr korrigieren.
Buch und Idee
Eine Entscheidung pro Kapitel
Jedes Kapitel erzählt eine Entscheidung, die KORE nur einmal treffen kann: was mitkommt, was ruht, wann geerntet wird. Dazu kommen die Rechnung dahinter, ein Fall aus meiner Praxis als Interim Manager und ein Werkzeug, das du am nächsten Tag anwenden kannst.
Alle Rechnungen beruhen auf dem KORE-Missionsmodell. Es ist im Anhang des Buches offengelegt, jede Entscheidung lässt sich damit nachrechnen.
LeitfrageWie triffst du eine gute Entscheidung, wenn du sie nicht mehr korrigieren kannst?
Was echt ist und was nicht
Das Buch trennt drei Ebenen und kennzeichnet sie. Diese Seite auch.
- Erkenntnisebene: FaktReale Physik und Mathematik, im Buch mit Quelle belegt.
- Erkenntnisebene: ModellErgebnis des KORE-Missionsmodells nach offengelegten Regeln.
- Erkenntnisebene: FiktionGesetzte Annahmen: Mission, Lebensformen, Störungsraten und Handlung.
Die Reise im Überblick
300 Jahre mit einer Energiequelle, die schwächer wird
- Erkenntnisebene: FaktDie Energie an Bord kommt aus Plutonium-238, dessen Leistung sich alle 87,7 Jahre halbiert.
- Erkenntnisebene: ModellUnter 470 Watt reicht sie nicht mehr für aufwendige Berechnungen. Was viel Rechenzeit braucht, muss vorher entschieden sein.
Bildbeschreibung
Liniendiagramm. Waagerecht die Jahre seit dem Start von 0 bis 313, senkrecht die Leistung der Energiequelle in Watt bis 2.000. Die Kurve fällt gleichmäßig von 2.000 Watt im Jahr 0 auf 168 Watt im Jahr 313. Eine gestrichelte Linie markiert die Denkgrenze bei 470 Watt, die Kurve erreicht sie im Jahr 183. Punkte auf der Kurve zeigen, wann die Kapitel spielen: Jahr 0, Start im Erdorbit, Kapitel 4 bis 6. Jahr 20, Kapitel 7. Jahr 118, Kapitel 8. Jahr 183, Kapitel 9. Jahr 240, Kapitel 10. Jahr 300 bis 313, Ankunft bei Proxima b, Kapitel 11 bis 15. Eine graue Fläche von Jahr 4 bis 300 steht für die Dunkelheit. Darüber ein gestrichelter Pfeil von der Erde zu Proxima Centauri: 4,24 Lichtjahre, 300 Jahre Reise.
Aufbau
Fünf Teile
Teil I · Kapitel 1 bis 3
Das Packen
Kiruna, vor dem Start. 41 Kilogramm Saat, zwölf Lagerfächer, sechs Archetypen und die Frage, was mitkommt.
Teil II · Kapitel 4 bis 6
Das letzte Licht
Drei Jahre im Erdorbit mit Sonnenlicht im Überfluss. Was jetzt wächst und eingelagert wird, muss für die Dunkelheit reichen.
Teil III · Kapitel 7 bis 10
Die Dunkelheit
296 Jahre ohne Sonnenlicht. Die Energie schrumpft, die Saat altert, und die Erde ist zu weit weg, um zu helfen.
Teil IV · Kapitel 11 bis 13
Fremdes Licht
Ankunft bei Proxima b. Ein roter Stern, ein Planet mit einer Tag- und einer Nachtseite und die Frage, wo gelandet wird.
Teil V · Kapitel 14 und 15
Die erste Ernte
Die Jahre 304 bis 313 auf Proxima b. Das, wofür die Mission gebaut wurde.
Entscheidungen aus dem Buch
Jede Skizze erklärt eine Entscheidung
Vier Beispiele aus den Teilen I bis IV.
Bildbeschreibung
Zwei runde Lagermodule von oben mit je zwölf Fächern. Die rechte Hälfte hängt an Kreislauf A (Fächer 1 bis 6), die linke an Kreislauf B (Fächer 7 bis 12). Links die Belegung von Jonas: Alle drei Rotlichtsammler liegen nebeneinander auf Kreislauf A in den Fächern 1 bis 3, daneben drei Fächer Speicher. Auf B liegen zwei Recycler, ein Wächter, ein Pionier und ein Schattenläufer, ein Fach bleibt leer. Rechts die Belegung von KORE: Die drei Rotlichtsammler liegen in den Fächern 1, 4 und 7 und damit auf beiden Kreisläufen. Auch Speicher, Recycler und Wächter sind auf beide Seiten verteilt, dazu kommen ein Pionier und ein Schattenläufer.
Bildbeschreibung
Zeitleiste von Monat 9 bis 53 mit zwei Balken, oben KORE, unten Mara. Beide teilen die Zeit in Abschnitte für Speicher, Rotlicht und Schatten, danach folgt schraffiert Kunstlicht. KORE beginnt mit dem Speicher und ist damit in Monat 21 fertig, dann folgen Rotlicht bis Monat 37 und Schatten. Mara beginnt mit Rotlicht bis Monat 25, dann folgen Speicher bis Monat 37 und Schatten. Gestrichelte Linien markieren drei Grenzen: Ende des weißen Lichts bei Monat 38, Ende von 60 W/m² bei Monat 40, Ende von 5 W/m² bei Monat 47. Bei KORE bleiben zwischen Speicher und dem Ende des weißen Lichts 17 Monate Puffer, bei Mara 1 Monat.
Bildbeschreibung
Liniendiagramm der Keimfähigkeit über die Jahre der Reise von 0 bis 300. Beide Pläne beginnen bei 100 Prozent und fallen zunächst gleich ab. Maras Regel (grau) springt um das Jahr 123 wieder auf 100 Prozent und endet bei der Ankunft bei 36 Prozent. Der Rückwärtsplan (grün) wartet bis zur Denkgrenze im Jahr 183, sinkt bis dahin auf knapp 40 Prozent, springt dann auf 100 Prozent und endet bei 51 Prozent. Eine gestrichelte Linie markiert die Untergrenze von 25 Prozent. Ziel bei der Ankunft sind mindestens 50 Prozent.
Bildbeschreibung
Schnitt durch den Planeten Proxima b. Links steht der Stern Proxima Centauri, sein Licht fällt von links ein. Die helle Seite ist warm gefärbt, der Stern steht dort bei 50 Grad. Die rechte Hälfte ist schraffiert: Nachtseite, kein Licht. Eine gestrichelte Linie markiert die Grenze zwischen Tag und Nacht. Am Punkt, an dem der Stern im Zenit steht, liegen feuchte Becken, als Sperrgebiet markiert. Der Landeplatz liegt oben in der Dämmerungszone nahe der Tag-Nacht-Grenze. Dort steht der Stern 12 Grad hoch, das Licht hat einen langen Weg durch die Atmosphäre, und UV wird fast ganz geschluckt.
Autor
Ralph Schwehr
Ralph Schwehr arbeitet seit knapp 30 Jahren im Digitalgeschäft, rund 20 davon in Führungsverantwortung. Er trifft Entscheidungen dort, wo Ressourcen knapp und Fehler teuer sind. Er verantwortete das Digitalgeschäft bei PAYBACK, REWE Group und Bechtle, baute neue Geschäftsbereiche auf und führte Unternehmen durch Restrukturierungen. Heute ist er CEO und Chief AI Officer von OAKAI und Aufsichtsrat der Elsen International. Er hat Wirtschaftsinformatik (M.Sc.) studiert, absolvierte das Data Science Program, Harvard University, HarvardX, und trainiert selbst Sprachmodelle. Er lebt in München.